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FABO Plus Indexierung 2022 (im Ausland wohnende Kinder)

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Durch eine Novelle zum Einkommensteuergesetz (BGBl. I Nr. 135/2022) wird jene EuGH-Entscheidung umgesetzt, in der die EU-Rechtswidrigkeit der Index-Reduktion des Familienbonus Plus und des Alleinverdiener- und Alleinerzieherabsetzbetrages bei im Ausland wohnenden Kindern festgestellt wurde.
Laut EuGH-Urteil verstößt eine Indexierung des FABO Plus und des Alleinverdiener- und Alleinerzieherabsetzbetrages für im Ausland lebende Kinder von in Österreich arbeitenden EU-Bürgern (entsprechend den Lebenshaltungskosten im Wohnsitzstaat des Kindes) gegen das EU-Recht (EuGH 16.06.2022, C-328/20). Die vorstehend erwähnte EStG-Novelle sieht nun vor, dass für die Aufhebung der Indexierung (Umstellung auf die österreichischen Werte) wie folgt zu unterscheiden ist:

  • Bei in „Niedrigpreisländern“ wohnenden Kindern (bisher Indexierung „nach unten“: Bulgarien, Deutschland, Estland, Griechenland, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Malta, Polen, Portugal, Rumänien, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ungarn und Zypern) gebührt der neue österreichische Wert (Anhebung auf € 166,68 bzw. € 54,18) im Wege der Personalverrechnung rückwirkend per 01.01.2022, der Arbeitgeber muss bis spätestens 30.09.2022 aufrollen. Alte Jahre (2019, 2020, 2021) sind hingegen über die Arbeitnehmerveranlagung zu „reparieren“ (Angleichung an den für 2019 bis 2021 gültigen österreichischen Wert von € 125,00 bzw. € 41,68).
  • Bei in „Hochpreisländern“ wohnenden Kindern (bisher Indexierung „nach oben“: Belgien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Irland, Island, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Schweden, Schweiz und Großbritannien, sofern ein Brite als „Altfall“ Anspruch auf FABO Plus hat) ist eine Anpassung an die österreichischen Werte (€ 166,68 bzw. € 54,18) erst per 01.08.2022 vorgesehen. Für die Zeit bis 31.07.2022 bleibt der Familienbonus Plus in der Personalverrechnung unverändert, die Anpassung für die Monate Jänner bis Juli 2022 (erhöhte Basis für die Indexierung) erfolgt über die Arbeitnehmerveranlagung (vgl. § 124b Z. 410 lit. b und c EStG).

Für das Kalenderjahr 2022 wird die Situation in der nachfolgenden Übersichtstabelle zusammengefasst (siehe das unten verlinkte Excel-Sheet). Die hinter den Zahlen stehende Rechenlogik kann jeweils anhand der in der Tabelle enthaltenen Formeln nachvollzogen werden.

Wir stellen dieses Sheet der Allgemeinheit kostenlos zur Verfügung (somit ausnahmsweise auch Nichtabonnenten). Aus Kapazitätsgründen ist es uns leider nicht möglich, allfällige Rückfragen zum Excel-Sheet (z.B. Wünsche nach ergänzenden Erklärungen zum Sheet o.ä.) zu beantworten.

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